Besuch aus Berlin

CDU-Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen folgte der Einladung und bekam am vergangenen Dienstag einen Einblick in das Geschehen der Gemeinden Medelby, Weesby, Holt, Jardelund, Osterby und Böxlund.

Bei einem Rundgang auf der Baustelle des neuen Bildungshauses mit angrenzender Kindertagesstätte bekam sie dabei erste Eindrücke. "Strukturen zu schaffen, um Leute zusammenzubringen, wie zum Beispiel dieses Bildungshaus, ist wichtig", unterstrich die Bundestagsabgeordnete beim Rundgang im Neubau.

Bildungshaus, Ortsentwicklungsplan, Zweckverband und Bürgerbus, alles Projekte, die nicht von einer Gemeinde stammen, sondern vielmehr das Produkt von guter Zusammenarbeit im Kirchspiel sind. Jörg Hauenstein, Leitender Verwaltungsbeamter vom Amt Schafflund, machte bei der anschließenden Informations- und Diskussionsrunde im Lassens Minde Museum in Jardelund den Anfang. Dabei sprach er nicht nur das Geschaffte an, sondern machte mit Zahlen und Grafiken die Auswirkungen des demographischen Wandels für diese Region verständlich. Er verdeutlichte, dass die Lage der Region, zwischen der B199 und der  L192 schön ruhig ist, jedoch führt seiner Auffassung nach diese Lage aber auch dazu, dass die Anbindungen an das öffentliche Nahverkehrsnetz schlechter sind als in anderen Regionen.

Frau Nicolaisen, die früher selbst in der Kommunal- und Landespolitik tätig war, gab zu verstehen, dass ihrer Ansicht nach der Strukturwandel im ländlichen Raum für gleichwertige Lebensverhältnisse durch Förderungen stärker unterstützt werden müsse. "Die Kommunen benötigen dabei Unterstützung.", so Frau Nicolaisen. Sie gab zu verstehen, dass Ideen zwar bereits besprochen werden, dass aber noch Zeit benötigt wird, um diese weiter voranzubringen.

Gehör fanden nicht nur die Bürgermeister der Gemeinden, sondern auch anwesende Unternehmer, die auf ihre Probleme hinweisen konnten. Die Bürgermeister stellten heraus, dass ein Gewerbegebiet in der Region dringend notwendig ist, damit die ortsansässigen Unternehmen auch in dieser Region wachsen können. "Die Landesplanung ist wie ein „Schweizer Käse mit Löchern“, kritisiert Thomas Jessen, Bürgermeister von Osterby, der darauf anspielte, dass die ganzen Regeln, die teilweise schon ausgehöhlt werden, es nicht einfacher, sondern schwieriger für die Gemeinden machen, sich zukunftsorientiert aufzustellen.

Auch die immer noch geschlossenen kleinen Grenzübergänge nach Dänemark rückten in den Fokus der Diskussion. Frust und Unverständnis über das dänische Handeln wurden hier klar deutlich. Petra Nicolaisen stimmte hier zu: "Auch Dänemark ist Teil des Schengen-Raums!" Eine dauerhafte Schließung der Grenze ist ihrer Meinung nach nicht hinnehmbar. Sie versuchte in diesen Zusammenhang den Gemeinden Mut zu machen, sich auch weiterhin für eine Grenzöffnung stark zu machen.

Sebastian Goecke

weitere Neuigkeiten