Energiewendeminister Albrecht besucht Batteriespeicher in Jardelund

Überschüssig er­zeug­te Ener­gie in die Batte­rie und bei Be­darf wieder nutzen, das ist auch in einem der größ­ten Batterie­speicher Euro­pas noch Zukunfts­musik. Aber die Grund­idee bleibt und wird weiter ver­folgt.

Energie­wende­minister Jan Philipp Albrecht informierte sich bei einem Besuch des Speichers „EnspireME“ in Jarde­lund über den Stand der Dinge. Das Land hatte das 30 Millionen Euro teure Pro­jekt, das vor zwei Jahren an­ge­lau­fen ist, mit zwei Mil­lio­nen Euro unter­stützt. Getra­gen wird es vom hollän­dischen Energie­ver­sorger „Eneco“, der in­zwischen zum Misch­konzern „Mitsubishi Corporation“ ge­hört.

Während eines Rund­gangs erläutern Martin Heins (Mitsubishi) und Marc Wegmann (Eneco) die Funk­tion und den Leistungs­stand der An­lage. Die Kapa­zität der zirka 10.000 Lithium-Ionen-Batterien betrage mehr als 50 Megawatt-Stunden und könnte damit mehr als 5000 Haus­halte einen Tag mit elek­trischer Ener­gie ver­sorgen. Aller­dings haben die Batterien erst einmal die Auf­gabe, Energie für die Netz­be­trei­ber zur Ver­fügung zu stellen, um Schwan­kun­gen aus dem Netz zu nehmen und für eine sta­bile Fre­quenz von 50 Hertz zu sor­gen. Wie Heins ausführt, solle damit die Rolle von Kohle- und Gas­kraft­werken als Re­ser­ve­lie­fer­an­ten über­nom­men wer­den.

Die Erhaltung stabiler Fre­quen­zen bleibt erst einmal das Haupt­ge­schäft der An­lage. Es ist aller­dings weiter­hin als Pilot­projekt mit For­schungs­auf­trag zu be­trach­ten. Daher steht die Be­trach­tung der Wirt­schaft­lich­keit noch nicht sehr im Fokus. „Wir wis­sen, es ist erst ein An­fang, der uns den Weg in die Zu­kunft zei­gen soll. Wir ler­nen aus sol­chen An­lagen“, sagt Albrecht. „Bei der Er­for­schung der Netz­sta­bi­li­tät sind wir Vor­rei­ter in Deutsch­land“, er­gänzt er.

Von allen denk­baren rea­listi­schen zu­künf­tigen Leis­tun­gen eines Groß­spei­chers stellt Heins eine voran, die nicht nur in diesen Brei­ten­graden wich­tig ist: die Ver­mei­dung von Ab­schal­tungen der Wind­kraft- und Photo­voltaik­an­lagen bei Über­las­tung der Net­ze, ge­nannt „Eisman“(Ein­speise­ma­nage­ment). „Von großen Spei­cher­mög­lich­kei­ten sind wir aber noch weit ent­fernt“, stellt er klar.

Der Brand­schutz für diese An­la­ge war, wie Bür­ger­meis­terin Gudrun Lemke er­klärt, eine et­was grö­ße­re Sor­ge der ört­lichen Feuer­wehr, zu­mal Was­ser bei bren­nen­den Batte­rien nicht das ge­eig­ne­te Lösch­mit­tel dar­stellt. Sämt­li­che Räu­me der An­la­ge sind mit ei­nem  Rohr­sys­tem ver­se­hen, das im Ernst­fall mit einem Lösch­gas den Sauer­stoff und damit die Flam­men er­stickt.

Reinhard Friedrichsen

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