Keine Demo, trotzdem gute Presse!

Schlaglochpiste mit einer langen Haltbarkeitsdauer

Landesstraße L1 zwischen den Gemeinden Osterby und Medelby wird als sanierungsbedürftig anerkannt – Landesbetrieb hat keine konkreten Sanierungspläne – Demo der IdS aufgrund Corona verschoben.

Medelby. »Katastrophal!« Wilfried Bossen benötigt nur dieses eine Wort, um den Zustand der Landesstraße 1 samt Radweg zwischen den Gemeinden Osterby und Medelby zu bewerten. Seit nunmehr elf Jahren, so berichtet der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Selbstständigen (IdS) im Kirchspiel Medelby, werde auf den immer schlechter werdenden Zustand von Straße und Radweg auf diesem rund 3,3 Kilometer lange Abschnitt aufmerksam gemacht – passiert sei jedoch bisher nichts.

Keine Perspektive
Und daran wird sich laut Auskunft des zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) auch so schnell nichts ändern. Der LBV bestätigte auf Anfrage, dass der betreffende L1-Bereich nicht im laufenden Erhaltungs-Programm »Fahrbahnen Landesstraßen 2019 – 2022« aufgeführt sei. Und das, obwohl der LBV zu dem Urteil kommt, dass »Fahrbahn und abschnitssweise auch der Radweg sanierungsbedürftig sind.«

Nicht berücksichtigt
Die Nicht-Berücksichtigung begründet der LBV so: »Ursache dafür waren die quantitativ und qualitativ festgestellten Schäden, Alter und Struktur der vorhandenen Schichten des Fahrbahnaufbaus und die vorhandene Verkehrsbelastung.« Nach der Zustandsprognose hätte eine Deckenerneuerung auf Grund der Materialeigenschaften, Dicke und Alter der tieferliegenden Schichten im Vergleich zu den berücksichtigten Landesstraßenabschnitten nur eine verkürzte Nutzungsdauer der neuen Deckschicht erwarten lassen, so der Landesbetrieb weiter. Grundsätzlich waren auch »Umfang und Ausmaß der Schäden im Zuge der L1 noch nicht so stark ausgeprägt, wie bei anderen Landesstraßenabschnitten im Land.« Vor diesem Hintergrund sei eine »tiefergreifendere Erneuerung im Hinblick auf die prognostizierte Restnutzungsdauer der Fahrbahndecke noch nicht vertretbar «, erläutert der LBW weiter. Oder anders gesagt: Die L1 hat in dem Abschnitt zwischen den beiden Nachbargemeinden das Mindeshaltbarkeits-Datum noch nicht überschritten. Und was ab 2023 passieren werde, sei dann von aktuellen »Zustandserfassungen« und »Vergleichen zu anderen Landesstraßen-Abschnitten« abhängig.

Viele Aspekte
Die Prioritäten-Setzung einer dann neuen Landesregierung sowie die finanzielle Ausstattung für ein neues Erhaltungs-Programm seien weitere Aspekte, die in der Summe dann darüber entscheiden, wann und welche Landesstraßen im Kreisgebiet ab 2023 erneuert werden. Nicht abschätzbar sei heute, ob die Schlaglochpiste zwischen den beiden Nachbargemeinden dann berücksichtigt werde. Bossen betont: »Das Kirchspiel Medelby entwickelt sich zur Zeit in vordbildlicher Weise. Es kann nicht sein, dass man da eine so wichtige Verkehrsanbindung verkommen lässt.« Nach Auffassung der IdS und seiner 72 Mitglieder sowie vieler Kommunal-Politiker aus Medelby und Osterby würde sich der Zustand der Straße von Jahr zu Jahr verschlechtern. »Wir reden von einer Hauptader für den Busverkehr sowie für den Rettungsdienst, der in Medelby stationiert ist«, erinnert Bossen. Ohnehin würden immer mehr Verkehrsteilnehmer versuchen, diese Wegstrecke zu umgehen. Und selbst Gäste des Campingplatzes in Medelby würden zunehmend auf den schlechten Straßen-Zustand mit Beschwerden reagieren. Um ihrem Ärger Luft und Aufmerksamkeit zu verschaffen, hatte die IdS eine Demonstration geplant. Der für vergangenen Sonnabend geplante Auto-Korso vom Reitplatz in Medelby über die L1 ins Nachbardorf und wieder zurück wurde aufgrund der Corona-Situation kurzfristig abgesagt und soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Bossen und seine Mitstreiter wollen schließlich den Kampf um eine Sanierung der L1 zwischen den beiden Dörfern nicht aufgeben.

Volker Metzger
vm@fla.de

 

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